Unsere Geschichte: Vom „Kulthaus“ zur Kulturschlachterei


Für viele Menschen ist die Kulturschlachterei heute fest in der Kulturszene Rendsburgs etabliert. Zum Establishment zählen wir uns trotzdem nicht. Denn unser Weg führte noch nie so richtig geradeaus, eher seitwärts und über Kreuz mit vielen Kurven und der einen oder anderen Sackgasse dazwischen. Haben wir uns davon beirren lassen? Auf keinen Fall. Unsere Geschichte ist bunt, wild und manchmal auch ein bisschen chaotisch – genauso wie wir. Also: Wer hat Lust auf eine kleine Achterbahnfahrt?

Die Story beginnt … im ehemaligen "Kulthaus"

Mehr unabhängige Kultur in Rendsburg – das war für Johannes, Stephan und Alex von Anfang an die Idee. Unter Trägerschaft des Vereins Wilde Bildung e.V. starteten sie in den 2010er Jahren das Konzept „Kulthaus“ in Rendsburg. Verschiedene Konzerte ganz unterschiedlicher Genres sorgten schnell für eine volle Bude – brachten die drei Engagierten aber auch an ihre Grenzen. Die Location war einfach zu groß und für einen kleinen Verein zu schwer zu managen. Deshalb begaben sich die drei 2016 auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten.

Ein Freiraum für Kunst, Kultur und Unterhaltung – in einer ehemaligen Schlachterei

Die Suche fand ihr Ziel in der Nienstadtstraße, mitten im Herzen des Zentrums von Rendsburg. Die Vermieter waren vom Konzept schnell überzeugt. Allerdings war zu Beginn noch nicht ganz klar, wie lange das neue Zuhause zur Verfügung stehen würde. Unsere Lösung: Wir bauten Mobiliar auf Rollen – so war man maximal flexibel und hätte das gesamte Inventar notfalls von heute auf morgen in eine andere Location transportieren können. Entsprechend wurde die vorhandene Ladeneinrichtung innerhalb eines Sommers zu Bänken und Tischen upgecycelt und mit Rollen ausgestattet. Aus der einstigen Schlachterei sind wir bis heute nicht ausgezogen – von dem selbstgebauten Mobiliar ist aber noch einiges vorhanden.

Die Kulturschlachterei wächst und auch das Angebot wird größer

Von Anfang an hatten Johannes, Stephan und Alex jede Menge Unterstützung aus „der Zwiebel“. Freunde, Bekannte, Freunde von Bekannten und der Nachbar von XY haben sich eingebracht, angepackt und dieses Kulturprojekt in Rendsburg zum Leben erweckt. Nach ein paar Jahren lief es richtig rund – und dann kam Corona.

Als kleinen Verein hat uns dieser Einschlag ganz schön aus dem Konzept gebracht. Doch wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern das gemacht, was wir am besten können: kreativ sein. Deshalb haben wir nicht nur jede Menge Förderanträge geschrieben und uns technisches Material beschafft, sondern auch viele neue Formate entwickelt und ausprobiert. Wir sagen nur Kuschla-Auto-Konzert (K.A.K.) oder Kuschla-OpenAir-Konzert (K.O.K). Und als wir wieder mit voller Power für euch da sein durften, haben wir das GRÖÖN-Festival ins Leben gerufen.

Ausgewählte Daten

Die Meilensteine

№ 01 2020

Kuschla Auto Konzert (K.A.K.)

Erster Lockdown, keine Bühne – also fährt das Publikum vor.

№ 02 2021–22

Kuschla Openair Konzerte (K.O.K.s)

Zwei Jahre lang Musik unter freiem Himmel.

№ 03 2022

GRÖÖN

Ein neues Format nimmt Fahrt auf.

№ 04 2022–2026

Strukturförderung des Landes

Vier Jahre Förderung durch Schleswig-Holstein.

№ 05 2024

„Irgendwas mit Hack“

Start der Comedy- und Lesebühnen-Reihe.

№ 06 Ende 2024

Ausstieg Alex Luttmann

Eines der Gründungsmitglieder verlässt die Kuschla.

Zeiten des Umbruchs und des Aufbruchs

In den letzten Jahren haben wir über 250 Veranstaltungen in der Kulturschlachterei sowie in und um Rendsburg veranstaltet und mitorganisiert. Von 2022–2026 konnten wir von der Strukturförderung des Landes profitieren. Und auch wenn mit dem Ausstieg von Alex im Jahr 2024 ein kleiner Teil unserer Geschichte für immer abgeschlossen ist, sind wir uns sicher, dass die Zukunft noch viel für uns bereithält. Wir stehen jedenfalls noch voll im Saft und haben Bock, die Kulturszene vor Ort auch in den kommenden Jahren zu bereichern. Vielleicht habt ihr ja Lust, zukünftig mitzumachen?